Frau Henne, von thyssenkrupp Material Services (tk MX) kommend, sind Sie in den Vorstand der thyssenkrupp AG eingezogen. Und auch hier sind Sie für das Segment verantwortlich. Ändert das Ihre Perspektive?

Nein. Ich freue mich, dass ich das Segment jetzt im Vorstand der thyssenkrupp AG vertreten darf. Es zeigt welchen Stellenwert MX im Konzern hat. Ich freue mich auch deshalb, weil das Werkstoffgeschäft quasi Teil meiner DNA ist. Denn ich bin seit mehr als 20 Jahren bei thyssenkrupp – all diese Jahre bei Materials Services. Angefangen habe ich als Vertriebsleiterin bei thyssenkrupp Christon in Belgien. Ab 2019 war ich dann als Vorstand bei der tk MX, nachdem ich in den Jahren davor verschiedene CEO-Posten in unterschiedlichen Einheiten bei Materials Services inne hatte. Das bedeutet, dass ich das Werkstoffgeschäft aus dem Effeff kenne.

Was sind darüber hinaus Ihre wichtigsten Schwerpunkte in der neuen Position?

Bisher gab es im Vorstand keine klare Zuordnung für das Thema Nachhaltigkeit. Das ist jetzt anders und damit werden wir seiner Bedeutung gerecht. Ich werde das Thema in all seinen Facetten gemeinsam und kollaborativ mit den Geschäften vorantreiben. Als Verantwortliche für Information Management stehen die Themen Cyber-Security und Digitalisierung, auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI), auf meiner Agenda. Die beiden letztgenannten bieten uns enorme Chancen zum Beispiel für neue Geschäftsmodelle und zur Prozessoptimierung. Digitalisierung ist ein so breites Feld, dass wir uns auf nachhaltige Veränderungen fokussieren müssen. Wir müssen konsequent Prioritäten setzen. Ich bin mir sicher, dass wir damit einiges erreichen können.

Was sind die wichtigsten Ziele, die Sie 2024 erreichen wollen?

Wie für uns alle bei thyssenkrupp steht natürlich die bestmögliche Performance an erster Stelle – so auch für alle Bereiche, die ich verantworte. Gerade beim Einsatz von KI für Geschäftsmodelle oder für die eigene Produktivität sehe ich da gute Chancen. Ich bin auch davon überzeugt, dass agile Prozesse an der richtigen Stelle unsere Effizienz steigern können. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus unseres Handelns rückt. 


Frau Henne, für die nun vollzogene Erweiterung des Vorstands war erforderlich, auch eine Frau zu nominieren. Empfinden Sie das als Hypothek?

Auf keinen Fall. Da ich viele Jahre als CEO und zuletzt als Vorstandsmitglied bei Materials Verantwortung getragen habe, kenne ich die Diskussion um Frauen in Führungspositionen sehr gut. Wie bisher, werde ich mich auch in meiner neuen Rolle dafür einsetzen, dass wir bei thyssenkrupp vielfältiger und diverser werden. Doch Diversität ist nur eine Seite der Medaille, die andere und viel wichtigere ist Inklusion. Denn nur in einem inklusiven Unternehmen, das die Vielfalt seiner Mitarbeitenden wertschätzt und fördert, kann Diversität ihre volles Potenzial entfalten.

Kommunikation hat für Sie schon immer eine große Rolle gespielt. Was bedeutet das für Ihre Arbeit im Vorstand der thyssenkrupp AG?

Wir brauchen eine offene Unternehmenskultur. Ich bin von der Kraft dialogorientierter Kommunikation überzeugt. Kommunikation ist mehr als Information und keine Einbahnstraße. Deshalb sind mir Dialogangebote sehr wichtig. Dazu gehören Townhalls genauso, wie beispielsweise das Format klar:text, vor allem aber das persönliche Gespräch.

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