Nach 28 Jahren im Unternehmen und mehr als vier Jahren als Finanzvorstand der thyssenkrupp AG hat Klaus Keysberg zum 1. Juni sein Amt an Jens Schulte übergeben. Zum Start stellt sich unser neuer Finanzvorstand kurz vor: Wie sieht sein Werdegang aus, welche ersten Schritte plant er in seiner neuen Position und wer verbirgt sich hinter der Privatperson Jens Schulte? Das und vieles mehr verrät uns der leidenschaftliche Motorsportler im Video-Interview.

Wir sagen: Vielen Dank Klaus Keysberg und herzlich willkommen Jens Schulte. Schön, Sie an Bord zu haben!

5 Fragen an…Jens Schulte

 

Wie würden Sie sich in 2-3 Sätzen beschreiben? Wofür stehen Sie?
Ich bin ein positiv denkender Mensch, für den Respekt, Offenheit, Integrität, Wertschätzung und Freiheit eine große Rolle spielen. Fachlich interessiere ich mich neben Finanzen besonders für grüne Transformation sowie Diversity & Inklusion - ein Bereich, der meiner Meinung nach ein noch immer unterschätzter Treiber für mehr Leistungsfähigkeit im Unternehmen ist. Denn vielfältige Teams bringen die größten Erfolge.  

Können Sie uns etwas über Ihre wichtigsten beruflichen Stationen im Finanzbereich erzählen?
Nach dem Studium habe ich zunächst mehrere Jahre bei McKinsey und Goldman Sachs im Investment-Banking gearbeitet. 2002 bin ich dann zu Siemens gewechselt, wo ich verschiedene Positionen innehatte. Eines meiner aufregendsten Projekte war der Zusammenschluss zwischen den Telekommunikations-Anlagenbau-Sparten von Siemens und Nokia zur Gründung von Nokia Siemens Networks. Im Anschluss war ich dann sechs Jahre bei Hilti, einem führenden Anbieter von Produkten der Bauindustrie, zuletzt als Global Head of Finance. Das war für mich eine spannende Zeit, insbesondere wegen des internen Kultur-Entwicklungs-Prozesses. Im Jahr 2016 kam dann der Wechsel zu Schott in Mainz. Spezialglas gehört zu den energieintensiven Werkstoffindustrien, sehr ähnlich wie Stahl. Dort war ich bis zu meinem Start bei thyssenkrupp als CFO für die Bereiche Finanzen, IT, Einkauf, Mergers & Acquisitions sowie für die grüne Transformation verantwortlich. In dieser Rolle durfte ich vergangenes Jahr den IPO – also den Börsengang – des Pharmabereiches verantworten. Das war übrigens nur wenige Monate nach dem Börsengang von thyssenkrupp nucera.

Welche ersten Schritte planen Sie in Ihrer neuen Rolle als CFO bei thyssenkrupp?
Zunächst einmal freue ich mich sehr, nun endlich Teil des thyssenkrupp-Teams zu sein. Auch vor meinem Start habe ich bereits mit vielen verschiedenen Personen über thyssenkrupp und die aktuelle Situation gesprochen. Alles in allem waren es gute und motivierende Gespräche, die aber auch nichts beschönigt haben. Und das ist in unserer momentanen Situation auch besonders wichtig.

Denn: Trotz eines herausfordernden Wirtschaftsumfelds müssen wir unsere finanzielle Leistungsfähigkeit verbessern, insbesondere unseren Free Cash Flow. Warum ist das so wichtig? Weil wir uns damit Optionen eröffnen, z.B. für mehr Investitionen, mögliche Zukäufe, Dividenden an die Aktionäre oder auch eine zukunftsorientiertere Gestaltung des Konzerns. All das ist schwierig, solange zu viel Geld aus dem Unternehmen abfließt. Darauf werde ich mein Augenmerk legen, gemeinsam mit den Geschäften und dem Finanz-Team.

Würden Sie uns noch etwas über die Privatperson Jens Schulte verraten?
Meine Familie ist mein Kraftzentrum. Ich habe eine wundervolle Frau und einen 12-jährigen Sohn. Wir wohnen gemeinsam in Wiesbaden. Meine Frau und ich mögen Kunst und wir haben Freude am Tanzen. Außerdem habe ich eine Leidenschaft für Motorsport. Das mache ich nicht professionell, nehme aber regelmäßig an Trackdays auf der Nordschleife und in Spa-Francorchamps teil.

Was kommt ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an das Ruhrgebiet denken und könnten Sie sich einen Umzug hierher vorstellen?
Ich bin in der Region geboren – genauer gesagt in Wuppertal – und habe deswegen eine Vielzahl an persönlichen Verbindungen. Und auch wenn Wuppertal nicht direkt im Ruhrgebiet liegt, fühlen meine Familie und ich uns hier im Umfeld wohl. Ich merke das immer, wenn ich hier rüberfahre: im Gespräch mit der Bäckerin geht mir das Herz auf. Da unser Sohn aber in Wiesbaden zur Schule geht, wird die Familie zunächst dort bleiben und ich beziehe eine Wohnung hier in der Region.

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