Wie im privaten Alltag ist uns auch bei der Arbeit nicht immer bewusst, was wir an Kilos heben und schleppen – gerade auch wenn wir dabei sagen „ach, ist ja nur“, nur „einmal“ oder „mal eben“. Häufig wird erst auf den Arbeitsprozess geschaut, wenn gesundheitliche Probleme auftreten.

Nicht bei Eric Krohn. In seinem Arbeitsbereich geht es eigentlich um gewichtslose Bits und Bites, aber tatsächlich um echte Lasten. Der Rechenzentrumsverantwortliche bei thyssenkrupp Marine Systems ist zuständig für die physische IT-Infrastruktur des Unternehmens. Dazu gehören zum Beispiel auch Serverschränke, bei denen ein einzelner Einschub schon mal 135 Kilo wiegen kann, ein Schrank damit über 500 Kilo. Die Schränke wiederum werden über einen Zwischenboden luftgekühlt. Die Bodenplatten sind gleichfalls keine Leichtgewichte. Neben Gehörschutz sind im Serverraum deshalb auch Sicherheitsschuhe Pflicht, bei bestimmten Arbeiten auch schnittfeste Handschuhe.

Für Krohn und Kollegen steht aktuell an, die diversen Geräte in den Serverschränken im Kieler Rechenzentrum auszutauschen, der Lebenszyklus der Technik macht dies etwa alle fünf Jahre notwendig.

Eric Krohn ist kein Arbeitssicherheitsbeauftragter. Nicht in offizieller Funktion jedenfalls. Nach seinem Selbstverständnis aber sehr wohl. „Hab‘ ich eine Aufgabe, dann kümmere ich mich“, sagt er. „Dann aber auch richtig und ganzheitlich.“ Statt die Schränke also irgendwie, etwa mit vereinter Muskelkraft, weg- und respektive an ihren neuen Platz zu manövrieren, ist Krohn mit einem Lösungsvorschlag an seinen Vorgesetzten herangetreten. Eine mechanische Hebevorrichtung würde das Bewegen der schweren Gerätschaften sicher und gesundheitsschonend machen. Eine zweite ebenso für den nicht barrierefrei zugänglichen ersten Stock des Rechenzentrums. Nicht ganz billig, aber die Chancen für die Anschaffung stehen gut. Schließlich ist hier eine grundsätzliche Lösung für ein wiederkehrendes Problem notwendig.

Falsch schwer gehoben – leichter als meist gedacht

Wie häufig heben, tragen oder halten wir etwas Schweres? Am Tag, in der Woche? Ein Kasten Wasser mit Glasflaschen à 750 ml zum Beispiel wiegt immerhin 17,5 kg, ein Autoreifen 9 kg, größere auch gerne 12 kg. Allzu oft wuchten wir solche und andere Lasten „mal eben“ und mit wenig Bewusstsein für das richtige Was und Wie. Schneller als einem lieb ist, kommt es dabei zu reellen Gefahren für unsere Gesundheit, privat und im Job.

Deshalb ist das Thema der nächsten we care-Tage Ergonomie – die Lehre von der Anpassung der Arbeit an den Menschen und optimalerweise an das Individuum.

Sogenannte „manuelle Lastenhandhabung“, also Heben, Tragen, Halten, Ziehen, Schieben usw., gehören dabei ebenso in den Fokus wie ungünstige und statische Haltungen, manuelle kraftvolle und sich häufig wiederholende Bewegungen, langes Sitzen oder Stehen.

Denn das alles kann zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen. Diese verursachen Leiden mit häufig langen Fehlzeiten. Insgesamt machen sie mehr als 20% der Fehlzeiten in Deutschland aus. [Quelle: Fehlzeitenreport der AOK 2022]. 2022 wurden die allein dadurch entstandenen Kosten auf 19,6 Mrd. Euro geschätzt.

Eric Krohn jedenfalls möchte verhindern, dass er oder seine Kolleginnen und Kollegen Teil dieser Statistik werden. „Arbeitssicherheit und Gesundheit sind kein Inselthema, sondern gehören immer mitgedacht.“ Der 60-jährige ist bereits seit 1995 in unterschiedlichen Funktionen bei thyssenkrupp Marine Systems tätig. Ob er beim nächsten Servertausch noch zuständig ist, kann er heute noch nicht sagen. Aber auch wenn nicht, will er, dass die nachfolgenden Kolleginnen und Kollegen keine gesundheitlichen Schäden fürchten müssen, weil er heute seinen Job richtig gemacht hat und nicht „mal eben“.

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