Liebe Kolleginnen und Kollegen,

schön, dass Sie zuschauen und herzlich Willkommen zur ersten Episode der Nahaufnahme. Ich möchte diesen Weg gerne persönlich dafür nutzen, regelmäßig Themen und Gedanken mit Ihnen zu teilen, die mir wichtig sind.

  • Zu Beginn steht natürlich ein Thema, das mich genauso betroffen macht, wie Sie: der Krieg in der Ukraine. Dass wir in Europa nach einer so langen Zeit des Friedens so etwas unfassbar Schreckliches erleben müssen, schockiert mich immer noch sehr.

  • Durch die sinnlose Gewalt und Zerstörung haben bereits viele tausend Menschen ihr Leben verloren, Millionen weitere sind auf der Flucht. Seien Sie versichert, dass das mir und der gesamten Führungsmannschaft sehr nahegeht; Genau wie Ihnen und ihren Angehörigen. Gewalt ist immer das falsche Mittel. Dieser Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden!

  • Viele Flüchtlinge, darunter Familien und Kinder, haben in den letzten Wochen alles verloren und brauchen dringend Unterstützung. Im Namen des Vorstands und des gesamten Führungsteams bedanke ich mich deshalb ganz herzlich bei allen Mitarbeitenden, die sich bisher aktiv an den verschiedenen Hilfsaktionen beteiligen und auch zukünftig ihren Beitrag leisten, das Leid der Betroffenen zu mindern.

  • Natürlich beschäftige ich mich in diesen Zeiten jeden Tag damit, was dieser Krieg für uns alle bei thyssenkrupp bedeutet. Ihnen wird es nicht anders gehen. Wenn plötzlich die Rohstoffpreise und Energiekosten explodieren. Wenn die Gasversorgung in Frage steht. Das schürt Ängste - und das spüren wir alle. Kunden von uns haben ihre Produktion gestoppt, weil sie von Lieferanten keine Teile mehr bekommen. Und rufen dann auch bei uns weniger ab. Wir erleben das bereits, etwa beim Stahl und im Automobilgeschäft.

  • Unabhängig von den aktuellen Ereignissen sind wir auf dem richtigen Weg: thyssenkrupp hat sich in vielen Bereichen verbessert. Wir sind im Geschäftsjahresverlauf leistungsstärker geworden und die Entwicklung hin zu einer Unternehmensgruppe beginnt Früchte zu tragen. Diese Fortschritte sind gut, richtig und wichtig.

  • Einige Geschäfte sind im zweiten Quartal sehr stark gelaufen. Das ist zum Teil auf die gemeinsamen Anstrengungen zurückzuführen. Aber wir haben dabei ehrlicherweise auch von den hohen Marktpreisen bei Material Services und Steel Europe profitiert. Diese rein externen Effekte haben uns beim Ergebnis zweifelsohne geholfen. Die höhere Bewertung der Bestände war aber gleichzeitig schlecht für unseren Cashflow. Wir müssen also weiter an unserem Cashflow arbeiten - das gilt natürlich grundsätzlich, wird aber durch die aktuellen Verwerfungen noch dringender.

  • Diese Entwicklung, zeigt uns, dass wir uns bei aller Freude nicht ausruhen können. Wir müssen unsere Performance weiter steigern. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass wir unser Zwischenziel für dieses Geschäftsjahr - einen ausgeglichenen Free Cash flow vor M&A - noch nicht erreichen werden. Das bleibt aber weiterhin unsere Absicht: Deshalb ist es so wichtig, unsere Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern - und zwar über das hinaus, was im Budget 21/22 vorgesehen ist. Das gilt für kurzfristige Maßnahmen, aber auch für strukturelle Performancethemen.

  • Grundsätzlich müssen wir sparen, wo wir nur können. Die Kosten müssen runter: sei es bei Sachkosten, Investitionen und ganz besonders beim Management von Lagerbeständen. Wo immer möglich, müssen wir die Kosten auch weiter flexibilisieren. Insgesamt gilt es, kontinuierlich an Verbesserungen zu arbeiten und das auch als permanentes Training zu verstehen, das Erfolge bringt und deshalb Spaß macht und uns wie beim Sport auch zusammenschweißt. Wir wollen uns auf die Dinge konzentrieren, die wir selbst direkt beeinflussen können.

  • Krieg ist in seiner Irrationalität weder vorhersehbar noch planbar: Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass das bei vielen von Ihnen für Verunsicherung sorgt. Aber ich bin absolut zuversichtlich: Mit vereinten Kräften werden wir auch diese herausfordernde Zeit meistern. Genau, wie es uns in den vergangenen zwei Jahren schon gut gemeinsam gelungen ist: In unserer Transformation, der Corona-Pandemie und der Halbleiter-Krise hat sich gezeigt, dass unser Unternehmen auch große Herausforderungen meistern kann.

  • Wir werden unsere Strategie fortsetzen und thyssenkrupp zu einer schlagkräftigen Unternehmensgruppe weiterentwickeln - dezentraler, flexibler, reaktionsschneller. So haben wir es dem Aufsichtsrat vorgestellt und daran wird in allen Geschäften bereits intensiv gearbeitet.

  • Die zentrale Frage für uns bleibt also weiterhin: Wie können wir jedes einzelne Geschäft bestmöglich wertschaffend weiterentwickeln? Entsprechende Ideen und Pläne diskutieren wir mit jedem Geschäft und werden dazu entscheiden, wenn die jeweiligen Rahmenbedingungen stimmen und die Gelegenheit reif dafür ist.

  • Was den Stahl angeht, sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass eine eigenständige Aufstellung des Bereichs gute Zukunftsperspektiven eröffnet - auch wenn die konkrete Form der Umsetzung im Moment noch offenbleiben muss. Aber wir sprechen aktuell vor allem über das „wann“ bzw. das „wie“, nicht über das „ob“. Entsprechend werden wir weiter für eine verlässliche Förderung für die grüne Transformation beim Stahl eintreten und dass so schnell wie möglich die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

  •  Ich bin zuversichtlich, dass thyssenkrupp eine wichtige Rolle bei der grünen Transformation der Industrie in unserem Lande spielen wird. Wir tragen schon heute an vielen Stellen wesentlich dazu bei, die deutsche Wirtschaft für die Zukunft wettbewerbsfähig zu machen. Zunächst fahren wir dafür aber weiter auf Sicht. Wie gesagt: Noch können wir nicht absehen, welche mittel- und langfristigen Folgen der Krieg in der Ukraine haben wird.

  • Wir werden alle Entwicklungen ruhig beobachten, sachlich bewerten und daraus die notwendigen Schlüsse ziehen. Wenn sich die Situation gravierend verändern sollte, sind wir vorbereitet. thyssenkrupp kann das. Sie können das. Das haben Sie schon oft bewiesen!

  • Ihre Verbundenheit mit unserem Unternehmen ist dafür ein entscheidender Faktor. Das zeigt auch der neue Pulse Check, bei dem Sie uns positiv zurückmelden, dass sich thyssenkrupp an vielen Stellen verbessert hat. Und Ihre Zuversicht in unser Unternehmen sogar deutlich gewachsen ist. Danke auch dafür!

  • Für mich, den Vorstand und die komplette Führungsmannschaft ist das ein großer Ansporn, jetzt nicht locker zu lassen und diese Zuversicht weiter zu stärken. Ich wünsche mir, dass auch Sie nicht nachlassen, engagiert und kraftvoll das Beste für unseren gemeinsamen Weg nach vorne zu geben. Nicht weniger können Sie von uns erwarten!

  • thyssenkrupp hat unverändert eine gute Zukunftsperspektive! Auch wenn sich unser Umfeld immer wieder dynamisch ändern kann, bleiben wir flexibel und nehmen neue Herausforderungen offen und gelassen an. Wir werden unsere Chancen nutzen, auch da bin ich sehr zuversichtlich!

Nochmals vielen Dank - bis zum nächsten Mal!

Weitere Artikel

Mit einem Push zum Erfolg: Dieses #topteam treibt APEX voran

Unser Performance-Programm APEX soll thyssenkrupp in eine nachhaltige finanzielle Zukunft führen. Die KollegInnen des blauen Chapters arbeiten mit Hochdruck an diesem Ziel.

Warum wir ein starkes Europa brauchen

Ein Interview mit Oliver Burkhard und Tekin Nasikkol.

Jens Schulte startet als neuer thyssenkrupp Finanzvorstand

Seit dem 01. Juni 2024 ist Jens Schulte unser neuer Finanzvorstand. Zu Beginn stellt er sich kurz vor: Wie sieht sein Werdegang aus, welche ersten Schritte plant er in seiner neuen Position und wer verbirgt sich hinter der Privatperson Jens Schulte?

Wo stehen wir mit thyssenkrupp – Miguel López im Gespräch

Vor einem Jahr ist unser CEO Miguel López bei thyssenkrupp gestartet. Seitdem hat sich einiges getan. Wir haben in unseren Fokusbereichen Portfolio, Performance und Grüne Transformation wichtige Meilensteine erreicht. Im Video erzählt uns Miguel López, welche genau das sind und was thyssenkrupp für ihn so einzigartig macht.