Marie, warum glaubst du an die Zukunftsfähigkeit von Stahl und natürlich besonders an den klimaneutralen Stahl?

Es gibt  keine Alternative dazu, dass wir die Klimakatastrophe aufhalten müssen. Da sind wir uns gesellschaftlich einig, und wir als thyssenkrupp Steel müssen ebenfalls unseren Beitrag dazu leisten. Dazu gehört, unsere Prozesse so umzustellen, dass wir kein CO2 mehr emittieren.

Du sagst selbst, du hättest den coolsten Industriejob Deutschlands. Warum?

Da ist erst einmal der riesige Impact, den wir bei thyssenkrupp Steel haben. Und damit auch ich selbst, in der Verantwortung für diesen Bereich. Aktuell emittieren wir 2,5 Prozent aller deutschen CO2-Emissionen. Wenn wir das ändern, tragen wir wesentlich zum Klimaschutz bei. Und das ist natürlich total reizvoll und es macht einfach Spaß, wenn man so eine Vision vor Augen hat, während man tagtäglich zur Arbeit geht.

Nach deinem Studium der Metallurgie und Werkstofftechnik an der RWTH Aachen bist du nicht gleich in die Industrie gegangen, sondern hast lange bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Warum?

Metallurgie ist ein sehr spezielles Studium, das mich vor allem fachlich weitergebracht hat. Ich wollte danach nochmal ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen und mich breiter aufstellen. Das ging in einer Unternehmensberatung einfach gut. Ich konnte verschiedene Industrien kennenlernen, reisen und arbeiten. Und das habe ich dann auch gemacht

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Stahlstrategin Dr. Marie Jaroni möchte mit ihrem Team Stahl grüner machen

Inwiefern hilft dir diese Erfahrung bei deinem jetzigen Job?

Ich glaube, mit Komplexität umzugehen und neue Situationen bearbeitbar zu machen, das sind Fähigkeiten, die ich aus der Unternehmensberatung mitbringe. Und die mir heute sehr helfen. Auf der anderen Seite hilft mir das metallurgische und technische Wissen zu verstehen, wie Abläufe funktionieren. Wir müssen am Ende des Tages technisch klimaneutral werden, nicht nur auf Powerpoint-Folien.

Welche Schritte wurden dazu schon umgesetzt?

Bevor wir in Kürze anfangen, Direktreduktionsanlagen zu bauen, haben wir erste Versuche im Hochofen gemacht. Wir haben Wasserstoff eingeblasen, um erst einmal zu verstehen, wie sich Wasserstoff in der Metallurgie verhält.  Wir testen auch verschiedene Einsatzstoffe im Hochofen, zum Beispiel Schrott oder vorreduziertes Eisen, um auch schon heute im vorhandenen Anlagenpark CO2 einzusparen.

Wie werden die Pläne seitens der Belegschaft aufgenommen, und wie motivierst du deine Kolleg:innen, den Prozess mitzugehen?

Die Zukunftsstrategie von thyssenkrupp Steel wird sehr positiv aufgenommen. Ich glaube, die meisten Kolleg:innen haben einfach verstanden, dass wir uns verändern müssen. Die Basis dafür ist gelegt, und deswegen ist die Unterstützung sehr groß in der Kolleg:innnenschaft, daran zu arbeiten und den Weg nach vorne zu gehen.

Abschließend noch eine persönliche Frage. Hast du einen Lieblingsort bei thyssenkrupp Steel? Und wenn ja, warum ist dieser Ort so wichtig für dich?

Ich habe während meines Studiums ein Praktikum bei thyssenkrupp gemacht, und da war ich im Stahlwerk 2, dem so genannten Ox2, in Duisburg-Beeckerwerth. Damals habe ich etwa ein halbes Jahr mit den Ingenieur:innen gearbeitet, und konnte in alle Ecken des Stahlwerks hineinschauen. Heute führe ich manchmal Besucher:innen durch das Werk. Und dann stehe ich da immer noch gerne und schaue mir an, wie die Konverter befüllt und entleert werden. Das freut mich immer noch.

Marie Jaroni, vielen Dank für dieses interessante Interview. Und alles Gute für Deine spannende Aufgabe.

Das Gespräch mit Dr. Marie Jaroni ist ein Auszug aus einem Interview für den Stahlpodcast „gekocht gewalzt, veredelt“. Das komplette Gespräch gibt es hier.

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